Das World Wide Web bietet inzwischen nicht nur
Informationsseiten und Texte, sondern auch interaktive
Anwendungen. Hierbei besteht ein Unterschied der Gestaltung zu
klassischen Hypertextsystemen. Besonders sogenannte Shopping-Systeme
zum Einkaufen über das WWW erfreuen sich zunehmender
Beliebtheit (Shubin, 1997).
Ein Shopping-System stellt ein in sich geschlossenes
System dar, das dementsprechend einheitlich und konsistent gestaltet
sein muß. Externe Links auf andere Seiten sollten nur in
wohldefinierten Bereichen auftreten und nicht auf Formularseiten. Das
steht deutlich im Gegensatz zu Informationstexten, die gerade durch
die transparente Verknüpfung mit anderen Texten an Wert
gewinnen. Bei speziellen Anwendungen tritt das Problem der Diskrepanz
von Browser-Navigation und Seitennavigation besonders hervor. Da
der Kontext nur durch die angezeigte Seite gegeben ist, muß
jede Seite entsprechende Informationen enthalten, auch
Fehlermeldungen. Oft kommen bei Shopping-Systemen Metaphern zum
Einsatz (Warenkorb), aber eine sinnvolle Nutzung der
WWW-Möglichkeiten kann dadurch auch erschwert werden.
Aus Sicherheitsgründen entfernen sich viele
WWW-Anwendungen von der HTML-Oberfläche und stellen eine eigene
zu Verfügung, die als Java-Applet realisiert ist. Ein
Java-Applet ist ein Programm, das erst zum Client übertragen und
dann dort gestartet wird. Der Browser wird hierbei nur noch als
Rahmen für das Programm benutzt. Verbunden damit sind
allerdings hohe Ladezeiten, da das Applet und die Daten übertragen
werden müssen. Fraglich bleibt, ob solche "halben"
Programme (Java-Applets haben aus Sicherheitsgründen nicht die
gleichen Möglichkeiten wie eigenständige Programme)
wirklich der beste Weg sind. Vom Browser unabhängige
Internet-Programme könnten für manche Anwendungen die
bessere Lösung sein (Nielsen, 1998).