Jedes neue Dokument im WWW kann Links auf beliebige
schon bestehende Dokumente enthalten. Für die anderen
Dokumente ist ein solcher Link nicht bekannt, da es keine zentrale
Verwaltung der Verweisstruktur des WWW gibt. Reverse Links,
also Verweise auf andere Seiten, die Links zur aktuellen Seite
enthalten, können deshalb weder vom Browser noch von der Seite
selbst angeboten werden. Trotzdem wären Reverse Links bei der
Navigation sehr hilfreich.
Eine Nutzung Reverser Links ermöglicht das
Projekt Web Core (Baquero, 1996). Web Core ist eine
eigene Suchmaschine, die zum Aufbau des Datenbestands genauso wie
herkömmliche Suchmaschinen das Web mit sogenannten "Web
Bots" (automatische Programme, die nach neuen Seiten im WWW
fahnden) durchsucht. Dabei werden auch alle Links auf den jeweiligen
Seiten ermittelt, so daß das System daraus Reverse Links
erstellen kann (natürlich nur innerhalb des Datenbestands). Eine
Anfrage an Web Core liefert zu jeder URL eine Liste aller
Links und Reversen Links. Gleichzeitig werden die Links mit farbigen
Symbolen nach Erreichbarkeit und Typ (HTML-Dokument oder nicht)
klassifiziert. Zu zwei Servern können alle Links auf deren
Seiten zwischen beiden angezeigt werden.
Wie bei allen Suchmaschinen hängt auch bei Web
Core der Nutzen stark vom Datenbestand ab. Gerade bei
Reversen Links wäre eine annähernd komplette Erfassung
aller Seiten nötig. Daher sollte das Konzept von Web Core
besser in eine der bestehenden, umfangreichen Suchmaschinen (z.B.
Alta Vista oder Fireball) übernommen werden.

Abbildung 7: Web Core