Ab Mitte der Neunziger "explodierte" das
World Wide Web und damit auch das Internet förmlich. Die
einfache, mausgesteuerte Bedienung des Netscape-Browsers
machte das Internet nun auch für computerunerfahrene
Privatnutzer interessant. Das WWW wurde plötzlich zur
Hauptanwendung im Internet (neben E-Mail). Einfaches Klicken auf
Links zum schnellen Wechsel zwischen Seiten auf verschiedenen Servern
der ganzen Welt wurde unter dem Begriff "Surfen" ein
populäres Thema. Durch die Möglichkeit, als Benutzer
oder Benutzerin recht einfach auch ein eigenes Angebot zu
präsentieren, die sogenannte "Homepage", wuchs
auch die inhaltliche Menge sehr schnell an.
Grundlage für alle WWW-Seiten ist die
Beschreibungssprache HyperText Markup Language (HTML),
eine Ausprägung der wesentlich komplexeren Standard
Generalized Markup Language (SGML). HTML bot in der Grundform nur
sehr begrenzte Möglichkeiten zur Seitengestaltung. Für
die Weiterentwicklung von HTML sollte eigentlich das W3C zuständig
sein. Die stürmische Entwicklung und das Quasi-Monopol von
Netscape führten jedoch dazu, daß jede neue Version
des Navigators auch neue Erweiterungen von HTML brachte.
Das W3C konnte erst nachträglich einige dieser Änderungen
zum Standard erklären, welcher dann längere Zeit als HTML
3.2 bekannt war.
Ende 1995 erkannte die Firma Microsoft die
Bedeutung des WWW und entwickelte einen eigenen Browser, den
Internet Explorer (IE). Um auch im Internet-Bereich die
gleiche Vorrangstellung wie bei anderer Software zu erhalten,
wurde dabei ein erheblicher Aufwand getrieben. Während Netscape
seine Software nur für Bildungseinrichtungen kostenlos anbot,
wurde der IE für jedermann unentgeltlich zur Verfügung
gestellt. Auch Microsoft entwickelte eigene
HTML-Erweiterungen, was zu der unschönen Situation führte,
daß das Aussehen vieler Seiten vom verwendeten Browser abhängt.
Der IE konnte einen erheblichen Marktanteil [10] neben dem Navigator
erzielen, nicht zuletzt durch die Integration in das verbreitete
Betriebssystem Windows von Microsoft.
Die Browser haben sich inzwischen zu umfassenden
Internet-Programmen entwickelt, die auch E-Mail, Usenet und andere
Dienste anbieten. Daher nennt sich das nun auch kostenlos erhältliche
Programm von Netscape jetzt Communicator. Um die
Entwicklung nicht vollständig auseinander laufen zu lassen,
stellte das W3C HTML 4.0 vor, das derzeit weder vom Communicator
noch vom IE voll unterstützt wird. Trotzdem scheint sich HTML
4.0 mit seinen zahlreichen Erweiterungen als Standard durchzusetzen.
Das Internet, dabei hauptsächlich das WWW, hat sich als globales
Medium mit all seinen Möglichkeiten und Risiken im öffentlichen
Bewußtsein festgesetzt [11].