Ende der achtziger Jahre setzten sich
leistungsstarke PCs mit graphischer Benutzungsoberfläche
endgültig durch. Obwohl es auch leistungsfähige
Hypertextsysteme auf reiner Textbasis gibt, schafften doch erst
die fensterbasierten, mausgesteuerten Oberflächen eine
breite Akzeptanz. Schnell etablierte sich die Präsentationsform
als Hypertext für große Textmengen am Bildschirm.
Besonders die sogenannte Online-Hilfe, d.h., die jederzeit
verfügbaren Bildschirmvariante des Benutzungshandbuchs, ist nur
noch als Hypertext sinnvoll nutzbar. Standards für die dabei
verwendeten Hypertextsysteme sind meist durch das Betriebssystem
vorgegeben. Auch hier zeigt sich aber ein Trend zu HTML und den damit
verbundenen Beschränkungen (siehe Kapitel 2).
Mit der CD-ROM als neuem Speichermedium, das viel
größere Datenmengen aufnehmen kann, war auch die
Basis für interaktive Nachschlagewerke und Lernprogrammen
geschaffen. Damit wurde auch Hypermedia, also die Integration
verschiedener Medien, insbesondere Bild und Ton, realisierbar. Im
breiten Angebot finden sich sowohl reine Unterhaltungstitel (viele
Computerspiele nutzen Hypermedia) als auch seriöse
Informationssammlungen. Für die neu entstandene Kategorie
der unterhaltenden, interaktiven Wissensvermittlung hat sich die
Begriffsschöpfung "Edutainment" durchgesetzt. Als
technische Basis für diese Hypertextsysteme kommt häufig
das Autorenwerkzeug Macromedia zum Einsatz. Eine eigene
Literaturgattung hat sich mit Hypertext entwickelt, die sogenannte
"Hyperfiction". Hierbei ist besonders das Hypertextsystem
Storyspace verbreitet.
Das Prinzip von Hypertext ist heute in alle Bereiche
der Computernutzung eingeflossen und dabei für viele der
Inbegriff der Computerbedienung geworden. Dazu hat entscheidend
das World Wide Web beigetragen, worauf in Kapitel 2 eingegangen wird.